Fliegen mit Rollstuhl: So startest Du unbeschwert in den Urlaub

9. Juli 2021

Vor der ersten Flugreise mit Rollstuhl herrscht oft eine gewisse Unsicherheit. Worum muss ich mich kümmern? Kostet es, mein Hilfsmittel mitzunehmen? Wie ist das Vorgehen am Flughafen? – Das sind nur einige Fragen, die aufkommen.

Mit diesem Beitrag wollen wir Dir Deine Bedenken nehmen. Deshalb erklären wir Dir, welche Vorbereitungen Du treffen solltest. Außerdem erfährst Du, wie das Vorgehen am Flughafen und im Flugzeug ist – damit Du entspannt und beruhigt Deine Reise antreten kannst.

Welche Kosten kommen bei einer Flugreise mit Rollstuhl auf mich zu?

Zunächst möchten wir die häufig gestellte Frage beantworten: Was kostet es, mit einem Rollstuhl zu fliegen? Die kurze Antwort darauf lautet: Nicht mehr als jede andere Flugreise.

Nach EU-Richtlinien hast Du rechtlichen Anspruch auf kostenlose Hilfe bei Flugreisen. Dazu gehört Unterstützung an den Flughäfen und auch während des Flugs – sei es mit Deinem Gepäck, mit Deinem Begleithund oder beim Ein- und Aussteigen. Ausgeschlossen davon ist allerdings Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten oder von Essen. Airlines sind nicht dazu verpflichtet, Dich dabei zu unterstützen.

Auch die Mitnahme Deinen Rollstuhls ist kostenlos. Dieser wird meist als Sperrgepäck im Frachtraum mitgeführt.

Ganz wichtig: Grundsätzlich darf Dir die Beförderung aufgrund Deiner Behinderung nicht verwehrt werden. Adäquate Gründe können nur ein zu kleines Flugzeug oder begründete Sicherheitsbedenken sein.

Vorbereitung: Bei der Buchung Dein Hilfsmittel ankündigen

Damit am Flughafen alles reibungslos funktioniert, solltest Du bereits bei der Buchung angeben, dass Du mit Rollstuhl reist. Nur so kannst Du sicher sein, dass nicht gerade das gesamte Servicepersonal verhindert ist. Wichtig ist das außerdem, weil die Anzahl der entsprechenden Sitzplätze begrenzt ist. Je nach Flugzeugtyp und Anbieter können diese zudem variieren.

Zusätzlich solltest Du die Art Deiner Mobilitätseinschränkung angeben. Verpflichtend ist das zwar nicht, es hilft aber bei einem reibungslosen Ablauf und erleichtert die Planung des Flughafenpersonals. Die meisten Airlines stellen Dir dazu auf der eigenen Website ein entsprechendes Formular zur Verfügung.

Wenn Du zum ersten Mal mit Rollstuhl fliegst, kannst Du Deine Fragen auch telefonisch klären – das gibt Dir ein wenig Sicherheit. Alternativ kann die Planung auch in die Hände eines Reisebüros gelegt werden. Vor allem Spezialanbieter für Rollstuhlfahrende wissen, worauf Du achten musst. Auch die folgenden Bezeichnungen sind ihnen bekannt:

International einheitlich definierte Abkürzungen

Um die Art des Transports anhand Deiner Einschränkung bestimmen zu können, werden folgende Codes verwendet:

STRC (= Stretcher): Du musst liegend / auf einer Krankentrage befördert werden.

WCHR (= Wheelchair Ramp): Du bist eingeschränkt gehfähig und benötigst Hilfe im Flughafen. Den Vorfeldbus und die Treppen zum Flugzeug kannst Du selbstständig benutzen.

WCHS (= Wheelchair Stairs): Du bist stark eingeschränkt gehfähig. Du benötigst Hilfe beim Ein- und Aussteigen ins Flugzeug – also im Vorfeldbus und den Treppen. In der Kabine ist keine Unterstützung notwendig.

WCHC (= Wheelchair Cabin): Du bist gehunfähig und benötigst auch in der Flugkabine Unterstützung – etwa um die Toiletten nutzen zu können.

Unabhängig davon bitten Fluggesellschaften darum, informiert zu werden, wenn Du:

  • thrombosegefährdet bist
  • in jüngster Vergangenheit einen Herzinfarkt hattest
  • Atemwegs-, Herz- oder Lungenerkrankungen hast
  • kürzlich einen Schlaganfall hattest oder ein erhöhtes Risiko hast

Mit dem Rollstuhl am Flughafen

Beachte, dass das Vorgehen am Abreisetag leicht abweichen kann, je nachdem, welchen Behinderungsgrad Du bei der Buchung angegeben hast.

Nach Deiner Ankunft melde Dich bei einem Servicepunkt und besprich mit dem Personal, wobei Du Hilfe benötigst. Grundsätzlich kann dieses Dich bei nahezu allen Flughafenprozessen unterstützen: Bei der Gepäckaufgabe, beim Check-in, beim Weg durch die Sicherheitskontrollen und beim Boarding.

In der Regel kannst Du selbst entscheiden, wann Du Deinen persönlichen Rollstuhl abgeben möchtest. Du hast die Möglichkeit, Dir am Flughafen kostenlos ein Modell auszuleihen. Alternativ kannst Du Dich mit Deinem eigenen Hilfsmittel bis zum Flugzeug fortbewegen. Dieses wird vom Personal entsprechend markiert und vor Ort verladen.

Bist Du gehunfähig, wirst Du jetzt auf einen Kabinenrollstuhl umgesetzt. Dieser ist schmaler als handelsübliche Modelle und eignet sich dafür, Dich über den Gang zu Deinem Platz zu befördern. Vorher wirst Du mithilfe eines Lifts oder über Rampen in das Flugzeug gebracht.
Achtung: Anders verhält sich dieses Vorgehen, wenn Du mit einem elektrischen Rollstuhl fliegen möchtest. Dieser muss schon vorher abgegeben werden. Mehr dazu erfährst Du im entsprechenden Abschnitt „Fliegen mit elektrischem Rollstuhl".

Im Flugzeug

Vor allem über die Situation in der Kabine solltest Du Dich vor der Reise informieren. Ein häufiges Problem bei Flugreisen mit Rollstuhl: der Gang zum WC . Barrierefreie Toiletten gibt es oft nur auf Langstreckenflügen. Je nach Flugzeug und Airline kann es außerdem sein, dass sich kein Kabinenrollstuhl an Bord befindet. In der Regel kannst Du Dich auf Hilfe bis zur Toilettentür verlassen – vermutlich fühlst Du Dich aber wohler, wenn Du die Situation vorab erfragen kannst.

Hilfsmittel können als Handgepäck in der Kabine mitgeführt werden. Dazu müssen sie den Richtlinien der Airlines entsprechen und in Form und Größe geeignet dafür sein. Solltest Du an Bord ein Hilfsmittel benötigen, gib das beim Reisebüro oder wenn Du selbst Deine Reise buchst, zwingend an.

Fliegen mit elektrischem Rollstuhl

Große Unsicherheit herrscht meist bei Flugreisen mit Elektrorollstühlen. Tatsächlich musst Du hier ein wenig mehr beachten als mit einem manuellen Modell. Aber: Die meiste Arbeit nimmt Dir das Fachpersonal am Flughafen ab. Wichtig ist nur, dass Du bei der Buchung so viele Informationen wie möglich kommunizierst. Dabei kann hilfreich sein, das entsprechende Datenblatt zur Hand zu haben.

Wegen der Batterien gelten Elektrorollstühle als sogenanntes Gefahrengut. Sie werden vor dem Abflug immer händisch geprüft und vorbereitet. Deshalb sollte das Flughafenpersonal im Vorfeld wissen, mit welcher Stromquelle sie es zu tun haben. Probleme kann es bei Nassbatterien geben – diese dürfen nur senkrecht transportiert und auch beim Einladen nicht gekippt werden. Je nach Flugzeugtyp ist aber genau das notwendig.

Heutzutage dominieren allerdings Lithium-Ionen-Akkus den Markt. Wenn diese ausbaubar sind – wie beispielsweise bei den ergoflix-Modellen – werden diese als Handgepäck mitgeführt. Der Rollstuhl selbst wird im Frachtraum verladen und dort gesichert.

Dein Sitzkissen kannst Du in der Regel auch im Flugzeug nutzen. Wie es sich bei Sitzschalen verhält, solltest Du vorab erfragen.

Weitere hilfreiche Hinweise

Das Flughafenpersonal ist natürlich dazu angehalten, vorsichtig mit den Gegenständen der Passagiere umzugehen. Aber Versehen können jedem immer und überall passieren. Für den seltenen Fall, dass Dein Rollstuhl beim Verladen beschädigt wird, solltest Du vorsorgen. Es ist deshalb empfehlenswert, Dein Hilfsmittel über Deine Reiseversicherung abzusichern.

Alternativ hast Du die Möglichkeit, am Flughafen und am Ankunftsort einen Rollstuhl zu mieten. Auf diese Weise vermeidest Du die Gefahr, dass Dein eigenes Hilfsmittel beschädigt wird. Das ist aber nur sinnvoll, wenn Du Dich auch mit einem nicht auf Dich zugeschnittenen Modell fortbewegen kannst. Im Vordergrund sollte Dein Wohlbefinden stehen – schließlich möchtest Du erholt aus dem Urlaub zurückkommen.

Mobilität zurückgewinnen dank faltbarem Elektrorollstuhl

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Wir wünschen Dir eine angenehme Flugreise!

Wir hoffen, Dir mit diesem Beitrag Deine Unsicherheiten genommen zu haben. Vielleicht buchst Du ja schon Deinen nächsten Urlaub? Wir wünschen Dir in jedem Fall einen guten Flug mit Rollstuhl.

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Solltest Du spezielle Fragen zu Flugreisen mit dem ergoflix haben, sprich uns gern an. Du erreichst uns unter +43 (0) 7203 17453 oder per Mail: info@ergoflix.at.

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